In einer Studie (ARREST-AF) wollten Forschende aus Australien wissen, ob ein strukturiertes Programm zur Lebensstil- und Risikofaktor-Behandlung die Erfolgschancen einer Katheterablation bei Vorhofflimmern verbessert. An der Untersuchung nahmen 122 Menschen mit symptomatischem, nicht dauerhaftem Vorhofflimmern teil, die erstmals eine Ablation bekamen. Alle Teilnehmenden waren übergewichtig (BMI ≥ 27) und hatten zusätzlich mindestens einen weiteren kardiometabolischen Risikofaktor (z. B. Bluthochdruck oder Typ-2-Diabetes).
Die Teilnehmenden wurden dann zufällig in zwei Gruppen eingeteilt:
- Die eine Hälfte erhielt ein ärztlich geführtes systematisches Programm, das darauf abzielte, die veränderbaren Risikofaktoren zu verringern.
- Die andere Hälfte erhielt zwar auch allgemeine Hinweise zum Lebensstil, aber kein strukturiertes Programm.
Weniger Vorhofflimmern-Rezidive durch Risikomanagement
Das Ergebnis nach zwölf Monaten zeigte deutlich den Vorteil von gezielten Lebensstilmaßnahmen. So blieben in der Gruppe mit Risikomanagement-Programm über 61 Prozent der Patienten frei von erneutem Vorhofflimmern. In der Gruppe mit Standardbehandlung waren es hingegen nur 40 Prozent. Durch das Programm verbesserten sich auch generell die Symptome, Gewicht (−9 kg) und Taillenumfang (−7 cm) reduzierten sich merklich und der systolische Blutdruck sank (−10,8 mmHg) stärker als ohne Programm.
Die Studienautoren folgern aus diesen Daten, dass es sich eindeutig lohnt, in Zusammenhang mit einer Katheterablation bei Vorhofflimmern auch weitere vorhandene Risikofaktoren gezielt anzugehen.
Fazit
Wenn bei Ihnen eine Ablation geplant ist (oder schon erfolgt ist): Sprechen Sie mit Ihrer Kardiologin/Ihrem Kardiologen über mögliche, strukturierte Lebensstilmaßnahmen, um ihr Risikoprofil zu verbessern und die Chance für eine lange bleibende Freiheit von Vorhofflimmern zu verbessern.
- Aggressive Risk Factor Reduction Study for Atrial Fibrillation Implications for Ablation Outcomes: The ARREST-AF Randomized Clinical Trial, JAMA Cardiology 10, Oktober 2025; doi:10.1001/jamacardio.2025.4007
Experte
- 60323 Frankfurt am Main
- info@herzstiftung.de
- www.herzzentrum-an-der-alster.de
Prof. Dr. med. Thomas Meinertz ist Kardiologe und Pharmakologe in Hamburg. Zu den Schwerpunkten des ehemaligen Vorsitzenden der Herzstiftung und langjährigen Direktors der Klinik und Poliklinik für Kardiologie und Angiologie des Universitären Herzzentrums Hamburg zählen insbesondere Herzrhythmusstörungen, die koronare Herzkrankheit und Herzklappen-Erkrankungen. Neben mehreren hundert wissenschaftlichen Fachpublikationen, die Prof. Meinertz für nationale und internationale Fachzeitschriften verfasst hat, ist der renommierte Kardiologe Chefredakteur der Herzstiftungs-Zeitschrift "HERZ heute" und Autor mehrerer Publikationen im Online-Bereich der Herzstiftung.