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Vorhofflimmern: Prognose und Lebensqualität hängen zusammen

Vorhofflimmern kann Lebensqualität stark beeinträchtigen. Das Ausmaß der Beeinträchtigung beeinflusst wohl auch den Verlauf der Erkrankung generell.

Ärztin tröstet Herzpatient mit psychischen Problemen
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Vorhofflimmern ist die häufigste anhaltende Herzrhythmusstörung und ein bedeutendes Problem für die öffentliche Gesundheit, da eine erhöhte Erkrankungshäufigkeit und Sterblichkeit damit verbunden sind. Betroffene wünschen sich vor allem eines: möglichst wenig Beschwerden und damit eine gute Lebensqualität. 

Eine aktuelle Studie aus Japan zeigt nun, dass eine Behandlung nicht allein wegen des körperlichen Gesundheitszustands wichtig ist. Patienten, deren Wohlbefinden und Lebensqualität sich innerhalb eines Jahres besserten, hatten in den folgenden Jahren ebenso ein geringeres Risiko für andere schwere kardiale Komplikationen. 

Wie gingen die Forscher vor?

Für die Studie werteten Wissenschaftler die Daten von über 2.700 Menschen mit Vorhofflimmern aus. Die Teilnehmer hatten neu die Diagnose Vorhofflimmern erhalten beziehungsweise wurden erstmals wegen der Herzrhythmusstörung behandelt. Etwa die Hälfte von ihnen hatte gelegentlich auftretende Attacken, ein sogenanntes paroxysmales Vorhofflimmern. Das Durchschnittsalter lag bei knapp 68 Jahren. 

Zu Beginn der Studie und nach einem Jahr beantworteten die Patienten einen speziellen Fragebogen zu ihrer krankheitsbezogenen Lebensqualität, aus dem eine Punktzahl errechnet wurde (PROM-Score). Dabei wurden unter anderem Beschwerden, die Einschränkungen im Alltag, Sorgen im Zusammenhang mit der Behandlung und die Zufriedenheit mit der Therapie erfasst. 

Anschließend beobachteten die Forscher die Teilnehmer über weitere vier Jahre. Sie untersuchten, wer in diesem Zeitraum starb, wegen Herzschwäche ins Krankenhaus musste oder einen Schlaganfall beziehungsweise eine vorübergehende Durchblutungsstörung des Gehirns (TIA) erlitt.

Etwa jeder zweite Patient fühlte sich nach einem Jahr besser

Bei etwas mehr als der Hälfte der Teilnehmer (51,3 Prozent) verbesserte sich die Lebensqualität innerhalb eines Jahres deutlich. Bei knapp einem Drittel blieb sie weitgehend unverändert. Rund 18 Prozent berichteten dagegen über eine Verschlechterung ihrer Beschwerden und ihres Wohlbefindens.

Ein höheres Alter, eine Vorgeschichte mit Schlaganfall oder TIA, das weibliche Geschlecht sowie eine höhere Punktzahl im Fragebogen zu Studienbeginn waren unabhängig mit einer Verschlechterung im Verlauf eines Jahres verbunden. Umgekehrt hingen paroxysmales Vorhofflimmern (im Vergleich zu anderen Formen des Vorhofflimmerns) und eine Katheterablation bei Vorhofflimmern mit einer Verbesserung zusammen.

Bessere Lebensqualität, geringeres Risiko

Während der anschließenden weiteren Beobachtungszeit traten in den nächsten Jahren bei rund zehn Prozent der Patienten schwere gesundheitliche Ereignisse auf. Besonders auffällig: Patienten mit einer verschlechterten Lebensqualität waren deutlich häufiger betroffen – vor allem von Krankenhauseinweisungen und vorzeitigem Tod – als Patienten mit einer Verbesserung ihrer Lebensqualität. 

Tod, Krankenhausaufenthalt wegen Herzschwäche sowie Schlaganfall oder TIA traten insgesamt bei 17 Prozent der Patienten mit verschlechterter Lebensqualität auf, jedoch nur bei weniger als neun Prozent derjenigen, deren Lebensqualität sich verbessert hatte. 

Jede klinisch relevante Verbesserung im Fragebogenwert war zudem mit einem niedrigeren Risiko für spätere Komplikationen verbunden. Dieser Zusammenhang blieb auch dann bestehen, wenn Faktoren wie Alter, Begleiterkrankungen oder die Ausgangssituation der Patienten berücksichtigt wurden. 

Warum sind diese Ergebnisse wichtig?

Die Studie macht deutlich: Bei Vorhofflimmern ist die Lebensqualität mehr als nur ein „weicher" Faktor. Verbessern sich Beschwerden und Zufriedenheit mit der Behandlung, geht dies offensichtlich häufig auch mit einer günstigeren langfristigen Prognose einher.

Aus Sicht der Autoren könnten daher regelmäßige Befragungen zur Lebensqualität dabei helfen, Patienten mit erhöhtem kardiovaskulärem Risiko frühzeitig zu erkennen. Verschlechtert sich das Befinden, könnte dies Anlass sein, die Behandlung zu überprüfen, Begleiterkrankungen genauer zu untersuchen oder die Therapie anzupassen. 

  • Health Status Changes and Long-Term Clinical Outcomes in Patients With Atrial Fibrillation. JAMA Network Open. 2026; doi:10.1001/jamanetworkopen.2026.17776

Experte

Prof. Dr. med. Thomas Meinertz
Portrait von Prof. Thomas Meinertz

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