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Leichte körperliche Aktivität kann das Leben verlängern

Regelmäßige Bewegung kann in der Herzmedizin viel bewirken – auch bei einem Krankheitsbild, das Herz, Nieren und den Zuckerstoffwechsel umfasst.

Jogger im Park
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Früher betrachtete man Bluthochdruck, Diabetes und Nierenerkrankungen oft getrennt in der Medizin. Inzwischen ist bekannt: Wenn ein System schwächelt, leiden die anderen mit. Und gerade das schränkt oft die Lebensqualität von Betroffenen stark ein und erhöht auch das Risiko, frühzeitig zu sterben. Kontrollierte Studien haben zumindest bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit eine geringere kardiovaskuläre Mortalität bestätigt, wenn diese an einer bewegungsbasierten Herzrehabilitation teilnahmen. Wirkt sich Bewegung also auch bei kombiniertem Erkrankungsbild positiv aus?

Was ist das CKM-Syndrom?

Das Kardio-Nieren-Metabolische (CKM) Syndrom beschreibt die enge Verbindung zwischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck, Nierenerkrankungen und Stoffwechselstörungen wie Diabetes oder Übergewicht. Je nach Schweregrad der Stoffwechselstörung, Einschränkung der Nierenfunktion und Art der Herzkreislauferkrankung lassen sich vier Stadien dieser kombinierten Störung unterscheiden. Neben Stoffwechselveränderungen und hohem Blutdruck in den Stadien I und II spielt im Stadium III die Nierenfunktionseinschränkung und im Stadium IV zusätzlich eine manifeste Herzkreislauferkrankung die wichtigste Rolle.

Studie untersucht Nutzen von Bewegung bei Multiorganerkrankung

Da körperliche Aktivität inzwischen in der Herzmedizin so gut wie allen Patienten empfohlen wird – mit entsprechend individueller Anpassung je nach Erkrankung und Leistungsfähigkeit – wollten Forschende wissen, ob bereits leichte körperliche Aktivität (z. B. langsames Gehen oder Alltagsbewegungen) auch bei Patienten mit CMK das Sterberisiko senken kann. Dies ist nämlich besonders wichtig für Patienten in fortgeschrittenen Stadien (III-IV), für die Sport oft zu anstrengend oder körperlich nicht mehr möglich ist.

Die Wissenschaftler analysierten dazu die Daten von mehr als 7000 Erwachsenen aus den USA, deren tägliche körperliche Aktivität über vier Jahre hinweg mit speziellen Bewegungsmessern (Akzelerometer) erfasst worden war. In der nachfolgenden Zeit (im Durchschnitt 14,4 Jahre) wurde zudem erfasst, wie hoch die Sterblichkeit je nach Schweregrad einer CKM war und ob die erfasste Aktivität möglicherweise einen Einfluss darauf hat.

Was waren die Ergebnisse?

Die Studie lieferte ermutigende Nachrichten für Herzpatienten:

  • deutliche Risikosenkung: Jede zusätzliche Stunde leichte Bewegung pro Tag war mit einem 14 % bis 20 % geringeren Sterberisiko in den Stadien 2 bis 4 verbunden.
  • größter Nutzen für Schwerkranke: Patienten im Stadium 4 (bereits bestehende Herzerkrankung) profitierten am stärksten von der zusätzlichen Bewegung.
  • Alltagsrelevanz: In den fortgeschrittenen Stadien machten leichte Tätigkeiten über 98 % der gesamten aktiven Zeit aus.

Was schließen die Autoren daraus?

Für Menschen mit fortgeschrittenem CKM-Syndrom ist leichte Bewegung die häufigste und machbarste Form der Aktivität. Die Autoren empfehlen daher, stärker darauf hinzuweisen, dass Sitzzeiten durch leichte Bewegung ersetzt werden sollten. Den schon kleine Steigerungen im Alltag können einen klinisch bedeutsamen Schutz für das Herz bieten.

  • Light Physical Activity and All-Cause Mortality in US Adults Across Cardiovascular-Kidney-Metabolic Syndrome Stages; JAMA Research Letter, J Am Heart Assoc. 2026, DOI: 10.1161/JAHA.125.046271

Experte

Prof. Dr. med. Thomas Meinertz
Portrait von Prof. Thomas Meinertz

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