Bluthochdruck ist eine Volkskrankheit, die eigentlich gut behandelbar ist. Dennoch bleiben bei manchen Menschen die Blutdruckwerte hartnäckig hoch, obwohl bereits mehrere Medikamente genommen werden. Das verunsichert: Mache ich etwas falsch? Sind die Tabletten wirkungslos? Was kann noch helfen?
In dieser imPULS-Folge erläutert Prof. Michael Böhm von der Universitätsklinik des Saarlandes wann Ärzte von einem therapieresistenten Bluthochdruck sprechen, wie man das von einer „scheinbaren“ Therapieresistenz unterscheidet – und welche Behandlungswege es gibt.
3 wichtige Fakten zur Therapieresistenz bei Bluthochdruck
- Eine therapieresistente Hypertonie liegt vor, wenn der Blutdruck trotz Einnahme von mindestens drei verschiedenen Antihypertensiva (einschließlich eines Diuretikums) in maximal verträglicher Dosierung nicht unter 140/90 mmHg gesenkt werden kann. Optimaler Zielwert 120/80 mmHg.
- Schätzungsweise 30 bis über 80 Prozent der Patienten mit – vermeintlich – therapieresistentem Bluthochdruck weisen ein obstruktives Schlafapnoesyndrom auf. Wird dieses behandelt, zum Beispiel mit Schlafmaske und Sauerstoff (CPAP), sinkt oft der Blutdruck merklich.
- Bei etwa 90 Prozent der zunächst als "therapieresistent" eingestuften Patienten handelt es sich um eine Pseudoresistenz, die sehr oft neben Nichteinnahme der Medikamente durch Messfehler bedingt ist: falsche Manschettengröße, falsche Positionierung bzw. Sitzhaltung, fehlende Ruhepause vor der Messung.
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Experte
Prof. Dr. med. Michael Böhm, Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung sowie Direktor der Klinik für Innere Medizin III am Universitätsklinikum des Saarlandes und Pressesprecher der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie. Zu den klinisch-wissenschaftlichen Schwerpunkten des Kardiologen zählen u. a. die Diagnostik und Behandlung von Herzschwäche-Erkrankungen.