Nach einem minimalinvasiven Verschluss eines Vorhofseptumdefekts (ASD) nimmt die Patientin ASS 100 und vorübergehend zusätzlich Clopidogrel. Vor einer anstehenden Flugreise innerhalb Europas möchte sie wissen, ob sie die ASS-Dosierung einmalig erhöhen sollte und ob sonstige Risiken bestehen. Der Experte kann sie beruhigen und gibt hilfreiche Tipps zur Reisevorbereitung und den Reisetag.
Die Sprechstundenfrage im Wortlaut:
Zwei Monate vor meinem 32. Geburtstag wurde mein Vorhofseptumdefekt (ASD) minimalinvasiv via Amplatzer Septal Okkluder verschlossen. In den kommenden sechs Monaten nehme ich ASS 100 sowie in den ersten drei Monaten zusätzlich einen Thrombozytenaggregationshemmer (Clopidogrel 75 mg) zur Gerinnungshemmung. In ein paar Wochen soll es in den Urlaub gehen und ich frage mich, ob und was ich bei Flugreisen zu beachten habe? Es geht um recht kurze Flüge innerhalb Europas. Sollte ich einmal vor dem Flug die ASS-Dosierung erhöhen? Bestehen sonstige Risiken? (Elvira Z., Ulm)
Expertenantwort:
Für die von Ihnen geplante innereuropäische Flugreise nach Verschluss eines Vorhofscheidewanddefektes mittels Amplatzer Septal Okkluder bestehen aus meiner Sicht keine Bedenken. Die Gerinnungshemmung, umgangssprachlich auch Blutverdünnung genannt, mittels ASS und Clopidogrel sollte dabei nach Plan unverändert fortgeführt werden. Eine vorübergehende Dosiserhöhung ist nicht erforderlich. Sinnvoll ist es, am Reisetag, also vor und während des Fluges, auf eine ausreichende Trinkmenge zu achten. Das gilt auch an sonnig-warmen Reisezielen. Bei Flugzeiten, die mehr als zwei Stunden dauern, sollten Sie bewusst zwischendurch im Gang auf und ab gehen. Damit beugen Sie zusätzlich einer Gerinnselbildung vor. Ansonsten vergessen Sie bitte nicht einen ausreichenden Medikamentenvorrat für die Reisedauer. Für „alle Fälle“ erscheinen auch eine Auslandskrankenversicherung und eine Kopie des aktuellen Arztbriefes im Gepäck sinnvoll. Damit sollte einer unbeschwerten Erholung am Urlaubsort nichts mehr im Wege stehen.
Experte
Prof. Dr. med. Christian Jux, Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung. Abteilungsleiter der Kinderkardiologie am Universitätsklinikum Gießen.