Titelbild des Herzberichts 2026 mit einer Collage aus einem anatomischen Herz und einem Stethoskop

Wie gut versorgt Ihre Region Herzpatienten?

Der neue Deutsche Herzbericht – Update 2026 gibt Antworten

Der Deutsche Herzbericht ist die umfassendste Analyse der kardiologischen und herzchirurgischen Versorgung in Deutschland. Er zeigt, wie sich Häufigkeit und Sterblichkeit von Herzerkrankungen entwickeln und welche Diagnose- und Therapieverfahren zum Einsatz kommen. Jedes Jahr liefert der Bericht wichtige Einblicke in die aktuelle Versorgungslage von Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und beleuchtet darüber hinaus ein aktuelles Schwerpunktthema der Herzmedizin. 

Der Deutsche Herzbericht – Update 2026 basiert auf Daten des Berichtsjahres 2024. Neben Informationen zur koronaren Herzkrankheit, Herzinsuffizienz, Herzklappenerkrankungen und angeborenen Herzfehlern liegt der Schwerpunkt in diesem Jahr auf der Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Herzrhythmusstörungen. 

Herzrhythmusstörungen: Im Fokus des Herzberichts 2026 

Herzrhythmusstörungen stehen im Mittelpunkt des Deutschen Herzberichts – Update 2026. Sie zählen zu den Herzerkrankungen mit der höchsten Krankheitslast in Deutschland: 2024 kam es zu mehr als 509.000 stationären Krankenhausaufnahmen, rund 29.800 Menschen starben an den Folgen einer Rhythmusstörung. 

Besonders häufig ist das Vorhofflimmern. Allein deshalb mussten im Jahr 2024 rund 360.800 Patientinnen und Patienten stationär behandelt werden. Vor dem Hintergrund steigender Fallzahlen widmen die Deutsche Herzstiftung und die beteiligten Fachgesellschaften dem Thema Vorhofflimmern einen besonderen Schwerpunkt und betonen die wachsende Bedeutung einer sektorenübergreifenden Versorgung. 

Pressemappe & Downloadmaterialien

Die vollständige Pressemappe zum Deutschen Herzbericht – Update 2026 mit weiteren Pressetexten aller beteiligten Fachgesellschaften sowie druckfähiges Grafik- und Bildmaterial finden Sie hier. 

Herzbericht 2026 lesen

Hier können Sie den Deutschen Herzbericht - Update 2026 kostenfrei als E-Paper lesen

Herzbericht 2026

  1. – Deutscher Herzbericht: Herzrhythmusstörungen zählen zu den Top-10-Todesursachen und verursachen mit die meisten Krankenhausaufenthalte in Deutschland.
  2. – Prävention als wichtigster Hebel zu wenig genutzt - Fokus auf Vorbeugung und Kontrolle von Risikofaktoren, um Sterblichkeit zu senken
  3. Der Herzbericht stellt aktuelle Daten zu Herzerkrankungen vor. Bei Herzrhythmusstörungen und Vorhofflimmern zeigen sich interessante Entwicklungen.
Herzbericht 2026 Gruppenfoto
© Bettina Ausserhofer v. l. n. r.: Dr. Eike Langheim (DGPR), Prof. Dr. Torsten Doenst (DGTHG), Emil Walla (Herzpatient), Prof. Dr. Anselm Uebing (DGPK) und Prof. Dr. Thomas Voigtländer (Vorstand Herzstiftung).

Herzbericht: Einzigartige Publikation in Deutschland 

Gemeinsam mit den Deutschen Gesellschaften für Kardiologie (DGK), für Pädiatrische Kardiologie und Angeborene Herzfehler (DGPK), für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG) sowie für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauferkrankungen (DGPR) informiert die Herzstiftung über die medizinische Versorgung von Herzpatientinnen und Herzpatienten. Diese einzigartige Versorgungsanalyse zeigt, aktuelle Entwicklungen in der gesamten Herzmedizin. Darüber hinaus legt der Herzbericht offen, wie unterschiedlich sich die Versorgung von Herzkranken in Deutschland darstellt, beispielsweise:  

  • in welchem Bundesland die Kardiologendichte am höchsten ist,  
  • wo Patienten am häufigsten einen Herzkatheter gelegt bekommen und  
  • wo die meisten Menschen an einem Herzinfarkt sterben.  

Als Analyseinstrument zu Versorgungsfragen in der Herzmedizin ist der in Europa einzigartige Bericht für Mediziner, Versorgungsforscher, Verantwortliche im Gesundheitswesen und Medienvertreter fest etabliert.  

Herzbericht 2026

Zahlen und Fakten zum Herzbericht – Update 2026

  • 2024 wurden deutschlandweit 1.653.702 Patientinnen und Patienten mit ausgewählten Herzerkrankungen vollstationär behandelt.  
  • Davon waren 57,8 % Männer (955.344 Fälle) und 42,2 % Frauen (698.358 Fälle).  
  • Der größte Anteil der Herzpatienten stammt aus der Altersgruppe der über 65-Jährigen. Seit 2012 stieg ihre Zahl um 17,4 % bei Männern und 11,1 % bei Frauen.  
  • Die höchsten altersstandardisierten Hospitalisationsraten entfielen 2024 auf die Koronare Herzkrankheit (569,7 je 100.000 Einwohner), gefolgt von Herzrhythmusstörungen (531,8) und Herzinsuffizienz (468,5).  
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen blieben 2024 die häufigste Todesursache in Deutschland und waren für 28,3 % aller Todesfälle verantwortlich.  
  • Die höchste altersstandardisierte Mortalitätsrate wies die Koronare Herzkrankheit mit 118,3 Todesfällen je 100.000 Einwohner auf. 
  • Die altersstandardisierte vollstationäre Hospitalisationsrate der Koronaren Herzkrankheit betrug 2024 für Männer 831,2 und für Frauen 308,2 pro 100.000 Einwohner. 
  • Geschlechterverteilung (Mortalitätsrate): Männer sind weiterhin mehr als doppelt so häufig betroffen (Männer: 161 je 100.000 Einwohner, Frauen: 76 je 100.000 Einwohner). 
  • Altersstandardisierte Mortalitätsrate: 118 pro 100.000 Einwohner (niedrigster Wert seit 2000). 
  • Rückgang der mit Herz-Lungen-Maschine operierten isolierten chirurgischen Myokardrevaskularisationen (ACB) seit 2019 auf 20.658 Eingriffe im Jahr 2024 (−23,7 %). 
  • Anstieg der ohne Herz-Lungen-Maschine operierten Aorto-Coronaren-Bypassoperationen (OPCAB) seit 2019 auf 8.185 Eingriffe im Jahr 2024 (+15,7 %). 
  • Erweiterte diagnostische Maßnahmen während Koronarinterventionen:  
    • Der Anteil der intravaskulären Bildgebung lag 2024 bei 9,0 % (+5,2 Prozentpunkte seit 2020),  
    • Der Anteil koronarphysiologischer Messungen bei 7,8 % (+0,1 Prozentpunkte seit 2020). 
  • Die Zahl der Koronarangiographien (ambulant und stationär) sank seit 2019 um 6,4 % auf 835.879 Untersuchungen im Jahr 2024.
  • Die Zahl der perkutanen Koronarinterventionen (PCI) ging seit 2019 um 2,6 % auf 374.485 Eingriffe zurück 
  • Höchste Hospitalisationsrate seit 2012: 113 pro 100.000 Einwohner (+15 % seit 2012). 
  • Die altersstandardisierte Mortalitätsrate lag 2024 bei 23 Todesfällen je 100.000 Einwohner und damit auf ähnlich hohem Niveau wie im Vorjahr; seit 2012 ist sie um 25 % gestiegen. 
  • Die altersstandardisierte vollstationäre Hospitalisationsrate betrug 2024 für Männer 141 und für Frauen 86 pro 100.000 Einwohner. 
  • Die Mortalitätsrate betrug 2024 für Männer 24,7 und für Frauen 20,6 pro 100.000 Einwohner 
  • Aortenklappeneingriffe (im Vergleich zu 2023) 
    • Konventionell/chirurgisch: 8.596 (+1 %) 
    • Kathetergestützt: 26.832 (+3 %) 
  • Mitralklappeneingriffe 
    • Konventionell/chirurgisch: 7.487 (+9 %) 
    • Kathetergestützt: 10.880 (+18 %) 
  • Trikuspidalklappeneingriffe 
    • Konventionell/chirurgisch: 2.552 (+1 %) 
    • Kathetergestützt: 4.596 (+13 %) 
  • Altersstandardisierte Hospitalisationsrate: 532 pro 100.000 Einwohner (noch unter dem „Vor-Corona“-Niveau, aber +4,7 % seit 2012). 
  • Die altersstandardisierte Mortalitätsrate beträgt 29 pro 100.000 Einwohner (−2,7 % im Vergleich zu 2023). 
  • Ablationen: 139.941 (+12,4 % im Vergleich zu 2023). 
  • Häufigste Indikation für Schrittmacher: AV-Block (51,8 %). 
  • 59,8 % der ICD-Implantationen erfolgten zur Primärprophylaxe. 
  • Insgesamt wurden 2024 in Deutschland 129.634 Schrittmacher- und ICD-Implantationseingriffe durchgeführt (−0,6 % im Vergleich zu 2023). 
  • Neuimplantationsraten: Herzschrittmacher +2,5 %; ICD +0,7 %. 
  • Rückgang bei Aggregatwechseleingriffen: Herzschrittmacher −17,5 %; ICD −14,4 %. 
  • Revisionseingriffe: Herzschrittmacher −0,9 %; ICD +3,8 % 
  • Die altersstandardisierte Hospitalisationsrate bei Herzinsuffizienz lag 2024 bei 469 Fällen je 100.000 Einwohner und damit 8,9 % niedriger als 2019 mit 514 Fällen je 100.000 Einwohner. 
  • Über 65-Jährige haben eine vierfach erhöhte Hospitalisationsrate aufgrund von Herzinsuffizienz im Vergleich zur Gesamtbevölkerung (2.246 pro 100.000 Einwohner). 
  • Frauen werden weiterhin deutlich seltener aufgrund einer Herzinsuffizienz hospitalisiert als Männer (381 pro 100.000 Einwohner vs. 556 pro 100.000 Einwohner). 
  • Die Zahl der Herztransplantationen ist 2024 auf 350 gestiegen. Davon stammen 35 Spenderherzen aus Ländern mit Widerspruchslösung, die in Deutschland weiterhin nicht eingeführt ist. 
  • 21.742 CRT-Eingriffe (kardiale Resynchronisationstherapie), −0,1 % gegenüber dem Vorjahr; davon 14.047 Ersteingriffe (+2,2 % gegenüber dem Vorjahr). 
  • Langfristig zeigt sich weiterhin eine deutliche Zunahme von CRT-P-Implantationen im Vergleich zu CRT-D-Implantationen. 
  • Jährlich werden 7.500 bis 8.700 Säuglinge mit einem Herzfehler geboren. Durch moderne Therapien erreichen heute mehr als 95 % das Erwachsenenalter. 
  • Nach der Primärversorgung im 1. Lebensjahr sind Morbidität und Mortalität bei Patientinnen und Patienten mit angeborenen Herzfehlern seit 2012 konstant niedrig. Die altersstandardisierte Mortalitätsrate lag 2024 bei 0,9 pro 100.000 Einwohner. 
  • Hospitalisationsrate und Verweildauer sinken stetig. Gleichzeitig stieg die Zahl der Kurzlieger von 10.122 Fällen im Jahr 2012 auf 15.828 Fälle im Jahr 2024 (+56,7 %). 
  • Die steigende Anzahl an Herzkatheteruntersuchungen spiegelt den wachsenden Bedarf an komplexer Diagnostik und interventioneller Therapie wider. 
    • 9.120 Herzkatheteruntersuchungen im Jahr 2024 
    • 9.960 Herzkatheteruntersuchungen im Jahr 2023 
    • 8.492 Herzkatheteruntersuchungen im Jahr 2012 
  • Die Zahl der Operationen wegen angeborener Herzfehler ist mit rund 5.400 Eingriffen pro Jahr seit längerem konstant. 
  • Die Überlebensrate nach einer pädiatrischen Herztransplantation ist in den vergangenen Jahrzehnten deutlich gestiegen. Viele Kinder erreichen nach der Transplantation eine gute bis sehr gute Lebensqualität. 
  • 60 von 100 angeschriebenen Rehabilitationskliniken beteiligten sich an der Datenerhebung und übermittelten Daten von 84.302 Patientinnen und Patienten. 
  • Die Geschlechterverteilung in der kardiologischen Rehabilitation lag bei 77 % Männern und 23 % Frauen. 
  • Die Koronare Herzkrankheit (KHK) war auch 2024 die häufigste Hauptdiagnose in der kardiologischen Rehabilitation. 
  • Wesentlicher Träger der kardiologischen Rehabilitationsleistungen bleibt die Deutsche Rentenversicherung (DRV). 
  • Berufstätige Kardiologen in Deutschland: 3.401 (−13,7 % im Vergleich zu 2019). 
  • Stetige Zunahme von Koronar-CTs auf zuletzt 64.545 Untersuchungen. 
  • Berufstätige Kinderkardiologen in Klinik und Praxis: 591 (2024). 
  • Berufstätige Herzchirurgen in Deutschland: 1.258 (+10,8 % im Vergleich zu 2019). 
  • Die Zahl der Herzoperationen mit und ohne Herz-Lungen-Maschine (HLM) ist zwischen 2012 und 2024 um 20 % zurückgegangen (2012: 91.988; 2024: 73.628). 
  • Die Zahl der isolierten Bypass-Operationen ist zwischen 2012 und 2024 um 31,4 % gesunken (2012: 42.060; 2024: 28.843). 
  • Die sektorenübergreifende Versorgung von Patientinnen und Patienten mit angeborenen Herzfehlern im Kindesalter ist garantiert. 
  • Die stationären Behandlungszahlen von EMAH-Patienten (Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern) nehmen weiter zu. Die stationäre Versorgung erfolgt überwiegend durch Kinderkardiologen, häufig angegliedert an EMAH-Zentren.  
  • Die Fachgesellschaften der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V. (DGK), Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG), Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie und Angeborene Herzfehler e.V. (DGPK) sowie die Deutsche Herzstiftung e.V. (DHS) und Deutsche Stiftung für Herzforschung (DSHF) fördern die Herz-Kreislaufforschung in Deutschland.  
  • Es werden zahlreiche Wissenschaftspreise und Stipendien (auch in Kooperation) vergeben sowie Projektförderungen bewilligt.  
  • Ausgeschriebene Forschungsförderung im Jahr 2024   
    • DHS/DSHF: 6,1 Millionen Euro 
    • DGK: 1,1 Millionen Euro 
    • DGTHG: 120.000 Euro 
    • DGPK: 100.000 Euro 
  • Die häufigsten Begleiterkrankungen bei den betrachteten Herzerkrankungen sind Hypertonie, Niereninsuffizienz, Hyperlipidämie und Diabetes mellitus. 
  • Onkologische Begleiterkrankungen sind insgesamt selten: Dokumentierte Krebserkrankungen liegen in der Regel bei unter 1 %, Karzinome in der Vorgeschichte bei bis zu 2 %. 
  • Onkologische Begleiterkrankungen sollten bei der Therapieplanung berücksichtigt werden. 
  • Höchster prozentualer Anteil an hausärztlich verordneten herzwirksamen Arzneimitteln: 
    • bei Herzinsuffizienz: SGLT2-Inhibitoren mit 34,9 % (2024) gegenüber 5,0 % im Jahr 2020 (+29,9 Prozentpunkte) 
    • bei Koronarer Herzkrankheit (KHK): Lipidsenker mit 70,2 % (2024) gegenüber 62,5 % im Jahr 2020 (+7,7 Prozentpunkte) 
  • Anteil der Patienten, die mindestens ein Medikament verschrieben bekommen haben: 
    • Herzinsuffizienz: 98 % 
    • Koronare Herzkrankheit (KHK): 95,6 % 

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Michael Wichert (Leitung)
Bild von Mike Wichert, Leiter der Pressestelle