Wenn es darum geht, die Herzgesundheit zu schützen, denken viele zuerst an mehr Bewegung, gesunde Ernährung oder Rauchstopp. Das ist richtig, doch es steckt mehr dahinter. Prof. Stefan Blankenberg, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, erläutert, was jeder Einzelne beitragen kann – und welche Veränderungen zugleich im Gesundheitssystem nötig sind. Im Gespräch geht es um leicht zugängliche Vorsorgeangebote, gesundheitliche Ungleichheit und die Frage, wie Schulen, digitale Technologien und politische Strategien den Herzschutz stärken können.
Kurz erklärt: Was verbirgt sich hinter ....
Bisher endet die routinemäßige Dokumentation oft mit der Entlassung aus dem Krankenhaus. Wie sich Behandlungen im Alltag bewähren, wie es Patientinnen und Patienten langfristig geht und wo sich die Versorgung verbessern lässt, ist daher häufig schwer zu erfassen. Das NHN will diese Lücke schließen: Als bundesweites, sektorenübergreifendes Register für Herz-Kreislauf-Erkrankungen hat es zum Ziel Diagnosen, Therapien, Krankheitsverläufe und patientenberichtete Ergebnisse in einer digitalen Daten- und Forschungsinfrastruktur zu verknüpfen. Dieses Register soll dann dazu beitragen, die Versorgungsqualität zu verbessern sowie Lebensqualität und Lebenserwartung von Herzpatientinnen und Herzpatienten zu steigern. Das NHN wurde 2026 als gemeinnützige Organisation gegründet und befindet sich derzeit im Aufbau.
In der Nationalen Herz-Allianz arbeiten die großen herzmedizinischen Fachgesellschaften in Deutschland gemeinsam mit der Deutschen Herzstiftung als Patientenvertretung zusammen. Im Mittelpunkt der gemeinsamen Arbeit stehen vier Bereiche: Stärkung der Forschung, etwa durch klinische Studien und Register, eine besser vernetzte Versorgung über Sektorengrenzen hinweg, der Ausbau digitaler Angebote wie Telemonitoring sowie mehr Früherkennung. Dabei sollen insbesondere Menschen mit einem erhöhten Risiko für Arteriosklerose, Herzklappenerkrankungen, Herzrhythmusstörungen oder Herzschwäche früher erkannt werden. Zunächst soll es vor allem um zwei Bereiche gehen: die frühe Erkennung sehr hoher Cholesterinwerte bei Kindern (Projekt "Vroni im Norden") und die frühe Erkennung einer Herzschwäche, die noch keine Beschwerden verursacht.
Die Europäische Kommission hat am 16. Dezember 2025 im Europäischen Parlament in Straßburg einen EU-Aktionsplan gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorgestellt: den „Safe Hearts Plan“. Er soll dazu beitragen, dass weniger Menschen vorzeitig an Herz-Kreislauf-Erkrankungen sterben, Betroffene besser leben können und gesundheitliche Unterschiede innerhalb der Europäischen Union kleiner werden. Denn Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind mit jährlich rund 1,7 Millionen Todesfällen die häufigste Todesursache in der EU. Dafür setzt der Plan vor allem auf drei Bereiche:
- Stärkung der Prävention
- Förderung der Früherkennung
- Verbesserung der Versorgung
Dieser europäische Plan soll auch in Nationale Herzpläne Eingang finden, die nochmals länderspezifische Aspekte berücksichtigen. Für Deutschland soll ein nationaler Plan im Laufe des Jahres 2027 vorgestellt werden.
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Herzrisiken
Experte
Professor Dr. med Stefan Blankenberg ist Klinikdirektor und Ärztlicher Leiter des Universitären Herz- und Gefäßzentrums, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE).