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Vorhofflimmern: Kälteablation vorteilhafter als Medikamente

Wie gut hilft bei anhaltendem Vorhofflimmern eine frühe Katheterablation? Antworten darauf liefert eine aktuelle Studie.

Bei anfallsweisem Vorhofflimmern ist das therapeutische Vorgehen in neuen Leitlinien klar festgelegt worden. Die optimale Strategie bei anhaltenden (persistierendem) Vorhofflimmern ist hingegen nach wie vor umstritten. Dies gilt insbesondere für Patienten mit Vorhofflimmern von wenigen Tagen bis zu einem Jahr. 

So ist bekannt, dass bei dieser Verlaufsform des Vorhofflimmerns eine Behandlung mit Antiarrhythmika nur bei etwa 30 bis 50 % der Patienten langfristig erfolgreich ist, um das Herz wieder in einen stabilen Rhythmus (optimalerweise der normale Sinusrhythmus) zu bringen. Ziel der jüngst veröffentlichten CEPAF-Studie aus China war es daher, zu prüfen, ob sich mit einer Katheterablation im Vergleich zu einer medikamentösen Therapie langfristig bessere Ergebnisse erzielen lassen – also ein dauerhafter Sinusrhythmus und ein besseres Wohlbefinden der Patientenerzielt werden kann.

Eine Katheterbehandlung mit Kälte kann bei anhaltendem Vorhofflimmern Rückfälle wirksamer verhindern als eine Behandlung mit Medikamenten gegen die Rhythmusstörung. Das zeigt die chinesische CEPAF-Studie mit 320 Betroffenen. 

Bei anhaltendem, auch persistierend genanntem Vorhofflimmern ist bislang weniger gut untersucht, ob eine Katheterablation schon als erste rhythmusstabilisierende Behandlung einer medikamentösen Therapie überlegen ist. Die CEPAF-Studie verglich dafür die Kryoballonablation mit Medikamenten, sogenannten Antiarrhythmika. Bei diesem Katheterverfahren werden die Lungenvenen durch Kälte elektrisch vom linken Vorhof isoliert.

Was wurde untersucht?

Teilnehmer waren Menschen, deren Vorhofflimmern seit mehr als sieben Tagen, aber weniger als einem Jahr anhielt und die deutliche Beschwerden dadurch hatten. Sie wurden nach dem Zufallsprinzip zwei gleich großen Gruppen zugeteilt: 160 erhielten eine Kryoballonablation. Bei diesem Katheterverfahren werden die Lungenvenen durch Kälte elektrisch vom linken Vorhof isoliert. Die anderen 160 Teilnehmer wurden mit Medikamenten behandelt. Bei Bedarf waren auch elektrische Kardioversionen erlaubt, um den normalen Herzrhythmus wiederherzustellen.

Die Teilnehmenden waren im Durchschnitt 61 Jahre alt und hatten zuvor keine längerfristige Behandlung mit Antiarrhythmika erhalten oder eine Ablation erhalten. Menschen mit ausgeprägten strukturellen Herzerkrankungen oder einer eingeschränkten Pumpfunktion der linken Herzkammer waren ausgeschlossen. 

Entscheidend war dann, wie häufig es im ersten Jahr nach Behandlungsbeginn und einer Abheilphase von 90 Tagen nach Katheterablation erneut zu einer mindestens 30 Sekunden dauernde Rhythmusstörung kam. Dazu zählten neben Vorhofflimmern auch Vorhofflattern und andere Vorhoftachykardien.  Zusätzlich erfassten die Wissenschaftler, die Lebensqualität der Patienten und unerwünschte Ereignisse.

Weniger Rückfälle nach der Kälteablation

Im Auswertungszeitraum wurde bei 30 von 160 Teilnehmenden nach einer Ablation ein Rückfall nachgewiesen (18,8 Prozent) im Vergleich zu 71 von 160 unter medikamentöser Behandlung (44,4 Prozent). Durch eine Katheterablation bessert sich zudem die durch das Vorhofflimmern beeinträchtigte Lebensqualität – Symptome, Einschränkungen im Alltag, emotionaler Stress und Sorgen – deutlich stärker als durch Medikamente allein. Drei unerwünschte Ereignisse wurden in der Medikamentengruppe erfasst, in der Ablationsgruppe wurde kein solches Ereignis erfasst. Schwere Nebenwirkungen wie Todesfälle, Herzinfarkte oder Schlaganfälle wurden in keiner Gruppe gemeldet. Aus diesen insgesamt sehr wenigen Ereignissen lässt sich somit nicht ableiten, dass die Ablation risikofrei oder sicherer als die medikamentöse Therapie ist.

Was bedeuten die Ergebnisse?

Die Studiendaten sprechen dafür, dass eine Kryoballonablation auch bei ausgewählten Menschen mit anhaltendem Vorhofflimmern schon als erste rhythmusstabilisierende Behandlung Vorteile gegenüber Antiarrhythmika haben kann: Innerhalb eines Jahres wurden weniger Rückfälle dokumentiert, und die vorhofflimmerbezogene Lebensqualität verbesserte sich stärker. Dies könnte dazu führen, dass die Leitlinien-Empfehlungen künftig auf Personen mit fortgeschritteneren Formen von Vorhofflimmern ausgeweitet werden. Hilfreich wären nach Ansicht der Autoren nun weitere Untersuchungsdaten etwa mit Patienten mit persistierendem Vorhofflimmern und Übergewicht oder Begleiterkrankungen, um festzustellen, ob auch sie von einer frühen Rhythmuskontrolle profitieren.

  • Ling T et al. Cryoballoon ablation vs. antiarrhythmic drug therapy as initial treatment for persistent atrial fibrillation: the multicentre randomized CEPAF trial. Europace. 2026;28:euag230. DOI: https://doi.org/10.1093/europace/euag230

Experte

Prof. Dr. med. Thomas Meinertz
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